NOTiTZEN VOM DREH : THE ROBBER / DER RÄUBER


Kameramann Jonas Jäggy sinniert über technische Probleme

NOTiZEN VOM DREH

Ich erlebte es als eine grosse Herausforderung über sexuellen Missbrauch an Kindern einen Film zu machen. Viele Elemente in meinem Projekt waren schwer zu kontrollieren. Wie wird das Kind spielen? Wie verhalten sich die Ameisen? Wenn ich jetzt noch auf dem Wasser gedreht hätte, wäre die Unberechenbarkeit perfekt gewesen.

Es war auch ein Wagnis, den Film mit der Technik zu drehen, die wir zur Verfügung hatten – der Kamerakran war ziemlich wackelig und einen anderen konnten wir uns nicht leisten. Auch personell war der Dreh unterbesetzt. Wir hätten zusätzlich einen DIT gebraucht und eine Aufnahmeleitung, dies hätte den Dreh um einiges erleichtert. Jedoch konnte ich sehr gute Leute um wich wissen. Der Kameramann hatte einen versierten Beleuchter und einen Kameraassi. Zusätzlich hatte ich jemand für die Maske, für Ausstattung und Requisite – dies sind sicherlich die wichtigsten zu nennenden Personen, ohne die dieser Dreh nicht möglich gewesen wäre.

Auch die persönliche Belastung war erheblich, denn mit einem derart prekären Thema an die Öffentlichkeit zu gehen braucht Mut, und die Angst, mit so einem aufwändigen Projekt zu scheitern, sass mir auch immer im Nacken. Es zeigte sich jedoch, dass diese Unsicherheit mit einer genauen Vorbereitung zu bewältigen ist. Das hiess für mich über Monate eine Sieben-Tage-Woche, die ich jedoch gerne auf mich nahm, deshalb, weil ich mit meinem Film schon während des Entstehungs- prozesses einiges auslösen konnte: Einige die ins Projekt involviert waren berichteten mir von ihren eigenen Berührungen mit dieser Thematik. Das zeigte mir die Wichtigkeit meiner Arbeit. Ich will mit meinem Film den Zuschauer nicht besänftigen, sondern aufwühlen. Ich will dass man über sexuellen Missbrauch spricht und hoffe, dass der Film seinen Weg finden wird.